Thinking in Positive Alternatives (TiPA) – Ein innovatives Format entwickelt am IOS

Thinking in Positive Alternatives (TiPA) – Ein innovatives Format entwickelt am IOS
29. Oktober 2021

Den heutigen Blog-Beitrag möchten wir gerne mit einem kleinen Szenario beginnen:

Ein neuer Tag beginnt. Der Wecker klingelt, du wirst langsam wach, streckst dich, ziehst langsam die Bettdecke weg, stehst auf und kochst dir deinen Kaffee. Du willst gerade den ersten Schluck genießen, und dann: eine Kreissäge. Die Bauarbeiter von unten beginnen heute noch früher als sonst. Du kannst jetzt wählen: Möchtest du genervt in den Tag starten und dieses schlechte Gefühl mit zur Arbeit nehmen? Oder richtest du deine Aufmerksamkeit wieder auf den Kaffee und startest mit einem Lächeln in den Tag? Als nächstes ziehst du dir deine Jacke an, gehst nach draußen und machst dich mit deinem Auto auf den Weg zur Arbeit. Das Radio geht an, es läuft vielleicht sogar dein Lieblingssong, doch dann erkennst du schon zwei Ampeln weiter, dass sich die Autos nur noch sehr schleppend bewegen: Ein Stau erwartet dich. Wählst du jetzt ein unruhig-hektisches Gefühl und bist die restliche Fahrt verärgert? Oder drehst du das Radio lauter, genießt den Song und freust dich auf das, was dich heute noch erwartet? Leicht verspätet kommst du im Büro an, grüßt deine Kolleg:innen und setzt dich an deinen Schreibtisch. Nach einer Stunde erhältst du von dem neuen Werkstudenten die Präsentation für den Kundentermin nächste Woche: Das kannst du so nicht verwenden – es sind viel zu viele Fehler und Ungenauigkeiten drin. Landet der Werkstudent nun für dich in einer ganz bestimmten Schublade und du machst die Präsentation jetzt einfach selbst? Oder fokussierst du dich auf das Potential in ihm und nimmst dir stattdessen die Zeit für seine Entwicklung und Ermutigung? Der Arbeitstag neigt sich dem Ende zu. Du willst noch zwei letzte Mails beantworten und dann langsam die Sachen packen. Kurz vor Schluss kommt deine Chefin noch einmal zu dir und bittet dich, noch „schnell“ eine Aufgabe zu erledigen. Dein Feierabend hat sich soeben um eine Stunde nach hinten verschoben. Zwingst du dich mit negativer Stimmung die Aufgabe mühsam abzuarbeiten, um dann gereizt in den Feierabend zu gehen? Oder entscheidest du dich mit Freude und Spaß an der Arbeit die letzte Stunde des Arbeitstages zu verbringen?


Science meets loving kindness

Dass solche typischen Alltags-Situationen immer wieder den Spielraum bieten, selbst zu entscheiden, welche dieser Alternativen man für sich und seine Reaktion wählt, kann ebenso ungewohnt wie lebensverändernd sein. In der Psychologie sprechen wir auch von sogenannten Mindset-Effekten. Ein klassisches Beispiel eines solchen Effekts geht auf eine 20-Jahre-lange Studie der Yale-Universität zurück, welche zeigen konnte, dass Menschen mit einer positiven Einstellung zum Altern durchschnittlich auch 7,6 Jahre länger leben als Menschen mit einer negativen Einstellung zum Altern (Levy, Slade, Kunkel & Kasl, 2002). Ein solch großer Effekt zeigt sich nicht einmal bei regelmäßigem Training oder bei Nicht-Rauchern! Wir können also buchstäblich mit unserem Mindset unser Ableben nach hinten verschieben. Aber was können dann unsere Mindsets noch alles zu Lebzeiten bewirken? Die Antwort darauf ist wahrscheinlich noch beeindruckender.

Eine Anwendung dieser Mindsets findet sich in der Forschung zum Thema Emotionen wieder. Während negative Emotionen uns zwar ein Stück weit fokussieren, bringen sie ebenso einen sogenannten Tunnelblick hervor, während positive Emotionen unseren Blick weiten sowie uns kreativer, offener, flexibler und sogar produktiver arbeiten lassen (Fredrickson, 2011; Isen, 2000; Ryan & Deci, 2000). Wie kann es dann sein, dass wir uns so häufig in negativen Emotionen wiederfinden? Und diese auch präsenter wirken? Wenn wir vor 100.000 Jahren einem Säbelzahntiger begegnet wären und an „positive Alternativen“ gedacht hätten, könnten wir wahrscheinlich in kürzester Zeit an gar nichts mehr denken, weil wir lediglich der Funktion eines Mittagsnacks dienen würden. Negative Emotionen wie Angst, Ekel oder Aggressionen waren somit essenziell, um unser Überleben zu sichern. Die Herausforderung in der heutigen Zeit liegt allerdings darin, dass der Säbelzahntiger von gestern die Deadline, die Präsentation oder das Kundengespräch von heute ist! Und hier ist eine negative Reaktion, welche einen jenen Tunnelblick nach sich zieht, einengend und dysfunktional (Fredrickson, 2011). Insbesondere in der heutigen Welt, sollte dies unserem Gehirn neu beigebracht werden, um durch ein positives Mindset in eine flexiblere und produktivere Handlungsenergie zu kommen.

Im Gegensatz zum klassischen „Positiven Denken“ arbeitet unser neues Format TiPA mit verschiedenen Mindsets und setzt so noch einen Schritt früher an. Es lässt uns unsere Reaktionen, unsere Denkweisen und unsere Gefühlswelt selbst wählen. Leichter gesagt als getan. Wie soll das funktionieren? In positiven Alternativen zu denken?


Das gibt’s nur beim IOS?!

Das könnt ihr euch nun als eine Art Cliffhanger vorstellen, denn die Antwort auf die Frage, wie das funktioniert, erfahrt ihr in unserem neuen, innovativen Kurzformat selbst: Thinking in Positive Alternatives (TiPA). Bei TiPA geht es zuallererst um deine persönliche Entwicklung. Es ist ein ganzheitlicher Ansatz für die eigene Ausrichtung, Gutmütigkeit und Lebenszufriedenheit. TiPA hilft dabei, sich in den eigenen Denkmustern zu klären, mehr Positivität im Leben zu verankern und aus der höchsten Version seines Selbst zu handeln. Klingt komplex – muss es aber gar nicht sein.

Im Kern geht es darum, den Autopilot-Modus im Alltag zu durchbrechen und die immer wieder kehrenden, häufig unbewussten Muster und Gewohnheiten zu erkennen und ggf. hinter sich zu lassen. Wir erkennen nicht mehr die Möglichkeiten, die uns alltägliche Situationen aufzeigen und leben oftmals nicht aus unserem Herzen heraus. Statt des Automatismus und des Tunnelblicks, braucht es besonders in der heutigen Zeit von Komplexität und Schnelligkeit eine Offenheit und Weite im Blick. Der Ansatz bietet so einen Zugang zu der inneren Lösungsvielfalt und aktiviert neue Handlungsenergien.

Nach der Grundidee von Science meets loving kindness soll es so möglich werden, sich eine liebevolle Welt in einer komplexen Welt zu schaffen – und das alles auf Basis psychologischer Forschung.

Für einen tieferen Einblick ins unser neues Kurzformat, hier entlang:

Thinking in positive alternatives


Quellen:

1 Levy, B., Slade, M., Kunkel, S. & Kasl, S. (2002). Longevity increased by positive self-perceptions of aging. Journal of Personality and Social Psychology, 83, 261–270.

2 Fredrickson, B. (2011) Die Macht der guten Gefühle. Wie eine positive Haltung ihr Leben dauerhaft verändern. Frankfurt: Campus Verlag.

3 Isen, A. (2000). Positive affect and decision making. In M. Lewis, J. Haviland-Jones (Hrsg.). Handbook of emotions (2. Aufl.) (S. 417–435). New York: Guilford Press.

4 Ryan, R. & Deci, E. (2000). Self-determination theory and the facilitation of intrinsic motivation, social development, and well-being. American Psychologist, 55, 68–78.


von Nicolas Stemmler

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