Systemische Beratung – Effektive Lösungsansätze für Organisationen

Autor: jschley

· Veröffentlicht: · Zuletzt aktualisiert: ·

Coaching, Organisationsentwicklung

· 16 Min. Lesezeit
Gruppe von Menschen in einer systemischen Beratung

In einer immer komplexer wirkenden Arbeitswelt, in der Veränderung die einzige Konstante zu sein scheint, haben sich systemische Beratungsansätze als Schlüsselstrategien für Organisationen etabliert, die vom jährlichen Überleben ins Florieren gehen wollen. Von ’surviving‘ zu ‚thriving‘. Systemische Beratung geht über traditionelle Beratungsmethoden hinaus, indem sie die Wechselbeziehungen innerhalb eines Unternehmens sowie dessen Interaktion mit der Umwelt berücksichtigt. In diesem Ansatz ist klar, dass einzelne Teile eines Systems – seien es Teams, Abteilungen oder Prozesse – stets im Zusammenhang des Gesamtbilds zu verstehen sind.

Diese Art der Beratung bietet tiefgreifende Einblicke und Lösungen, die über Symptombekämpfung hinaus gehen, indem sie an den Wurzeln organisatorischer Herausforderungen ansetzt. Von der Definition systemischer Beratung, über die Ausbildung bis hin zu den spezifischen Aufgaben eines systemischen Beraters, bietet dieser Beratungsansatz eine holistische Sichtweise, die in der Lage ist, langfristige und nachhaltige Veränderungen zu bewirken.

Das Wichtigste zur Systemischen Beratung in Kürze

  • Definition und Bedeutung: Systemische Beratung ist ein Ansatz, der Organisationen als komplexe, interaktive Systeme betrachtet und auf die Wechselwirkungen innerhalb dieser Systeme eingeht.
  • Ursprung und Entwicklung: Der systemische Ansatz hat seine Wurzeln in der Familientherapie und hat sich zu einer Methode entwickelt, die auf Organisationen und Teams anwendbar ist.
  • Abgrenzung zur Therapie: Im Gegensatz zur systemischen Therapie, die sich auf psychische Störungen fokussiert, konzentriert sich die systemische Beratung auf die Optimierung von Prozessen und Strukturen in Unternehmen und die Transformation von Kulturw.
  • Anwendung in Unternehmen: Systemische Beratung wird eingesetzt, um Kommunikation zu verbessern, Zusammenarbeit zu stärken und Veränderungsprozesse zu unterstützen.
  • Methodenvielfalt: Sie umfasst verschiedene Techniken wie das Riemann-Schley-Modell, Theorie U und spezifische Strategien zur Problemlösung und Entscheidungsfindung.
  • Vorteile: Zu den Hauptvorteilen gehören die Förderung von Eigenverantwortung, die Verbesserung der Zusammenarbeit und die Steigerung der organisationalen Resilienz.
  • Fallbeispiele: Praktische Anwendungsfälle illustrieren den Nutzen der systemischen Beratung für die Lösung konkreter Probleme in Unternehmen.
  • Berufsprofil: Systemische Berater:innen bringen Methodenkompetenz, psychologisches Verständnis und die Fähigkeit zur Förderung von Selbstreflexion mit.
  • Ausbildung: Die Qualifizierung systemischer Berater:innen umfasst Weiterbildungen und Zertifizierungen, die theoretische und praktische Kompetenzen vermitteln.
  • Auswahlprozess: Die Suche nach der richtigen Person für die systemische Beratung erfordert Sorgfalt und sollte die spezifischen Bedürfnisse des Unternehmens berücksichtigen.

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Ein systemischer Berater bei der Beratung eines Klienten

Organisation als lebendiges System

Definition: Was ist systemische Beratung?

Systemische Beratung ist eine facettenreiche Beratungsdisziplin, die ihre Wurzeln in der Systemtheorie hat. Diese Theorie betrachtet eine Organisation als lebendiges System, in dem Menschen, Prozesse und Strukturen miteinander in Beziehung stehen und ein dynamisches Ganzes bilden. Der Kerngedanke der systemischen Beratung liegt darin, Probleme nicht isoliert zu betrachten, sondern als Teil eines umfassenden Systems, in dem alle Elemente interdependent sind.

Im Kontext der Organisationsberatung nutzt systemische Beratung die Systemik als Grundlage, um individuelle sowie kollektive Muster und Dynamiken innerhalb eines Unternehmens zu identifizieren und zu verstehen. Sie geht davon aus, dass Lösungen nicht durch das direkte Beheben von Problemen entstehen, sondern durch das Verändern der Wechselwirkungen und Beziehungen, die diese Probleme hervorrufen.

Spezifische Themenbereiche der systemischen Beratung sind:

  • Menschen: Die Rolle der Individuen in einem System, und wie ihr Verhalten und ihre Kommunikation die Unternehmenskultur und -dynamik beeinflussen.
  • Probleme: Die Identifizierung und Analyse von Problemstellungen als Symptome systemischer Unausgewogenheit, statt als isolierte Vorfälle.
  • Lösungen: Die Entwicklung von ganzheitlichen Strategien, die das System ‚Organisation‘ in allen seinen Facetten berücksichtigen und verbessern.
  • Bereiche: Systemische Beratung wirkt in diversen Bereichen, wie Change Management, Führungskräfteentwicklung, Teamdynamik, Konfliktmanagement und organisatorischer Transformation.

Die Praxis der systemischen Beratung zeichnet sich durch eine Vielzahl von Methoden aus, die darauf abzielen, Reflexion zu fördern, Bewusstsein für systemische Zusammenhänge zu schaffen und neue, innovative Wege zur Problemlösung zu erkunden. Sie ist besonders wertvoll in komplexen, sich schnell verändernden Umgebungen, in denen einfache Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge nicht ausreichen, um nachhaltigen Erfolg zu gewährleisten.

Allgemeine Systemtheorie

Der Ursprung des systemischen Ansatzes

Die systemische Beratung und der systemische Ansatz sind nicht das Produkt einer einzelnen Entdeckung, sondern haben sich aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen entwickelt. Ihre Ursprünge lassen sich auf die Biologie, die Kybernetik und die Familientherapie zurückführen. Der systemische Ansatz in der Beratung wurde maßgeblich durch die Arbeiten von Wissenschaftlern wie Ludwig von Bertalanffy, dem Begründer der Allgemeinen Systemtheorie, und von Norbert Wiener, der die Kybernetik formulierte, geprägt.

In den Anfängen fokussierte sich der systemische Ansatz darauf, familiäre und soziale Systeme zu verstehen. Therapeuten wie Virginia Satir und Milton Erickson wandten systemische Prinzipien an, um die Dynamiken innerhalb von Familien zu analysieren und zu verbessern. Diese Prinzipien wurden später auf größere Systeme übertragen, was zur Anwendung des systemischen Ansatzes in Organisationen und Unternehmen führte.

Heute ist der systemische Ansatz in der Beratung geprägt von einem multidisziplinären Einfluss, der neben der Psychologie und Soziologie auch Erkenntnisse aus der Komplexitätstheorie und der Kognitionswissenschaft integriert. Moderner als seine Vorgänger, nimmt der heutige systemische Ansatz komplexe Wechselwirkungen und die Emergenz von Mustern in den Blick. Wo früher lineare Kausalketten im Fokus standen, werden nun Netzwerke von Beziehungen und deren dynamische Prozesse betrachtet.

Im beruflichen Kontext bedeutet dies, dass die systemische Beratung Unternehmen dabei unterstützt, nicht nur einzelne Faktoren, sondern das gesamte Zusammenspiel von Strukturen, Kulturen und Individuen zu verstehen. Dies ermöglicht es, Veränderungen auf eine Weise herbeizuführen, die das gesamte System stärkt und seine inhärenten Fähigkeiten zur Selbstorganisation und Anpassung fördert.

Der heutige systemische Ansatz setzt auf Kollaboration und Partizipation und rückt von top-down Entscheidungsprozessen ab. In der Praxis bedeutet dies, dass Beratungsprozesse weniger direktiv sind und stärker auf die Ermächtigung der Systemmitglieder setzen, um nachhaltige Veränderungen und Entwicklungen aus dem System selbst heraus zu initiieren.

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Zielgerichtet und effektiv

Systemische Beratung im Unternehmen

Systemische Beratung in Unternehmen ist eine zielgerichtete Maßnahme, die darauf abzielt, Organisationen dabei zu unterstützen, ihre internen und externen Interaktionsmuster zu verstehen und effektiv zu gestalten. Die systemische Organisationsberatung betrachtet ein Unternehmen als ein lebendiges und dynamisches System, in dem Teams und Individuen in einem ständigen Wechselspiel stehen und durch vielfältige Beziehungen miteinander verbunden sind.

Die Praxis der systemischen Beratung in Unternehmen involviert häufig die Analyse der Kommunikationsstrukturen, Entscheidungsprozesse und der Unternehmenskultur. Systemische Berater:innen fungieren als neutrale Beobachter, die die verborgenen Muster und Dynamiken offenlegen, welche die Effizienz und Produktivität beeinträchtigen können. Durch diese ganzheitliche Betrachtungsweise werden nicht nur isolierte Probleme behandelt, sondern es wird nach Lösungen gesucht, die das gesamte System in Betracht ziehen und verbessern.

Ein wesentlicher Vorteil der systemischen Beratung liegt in ihrer Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit. Sie bietet die Möglichkeit, maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln, die auf die spezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen des jeweiligen Unternehmens zugeschnitten sind. Dieser Ansatz ermöglicht es, mit den komplexen Anforderungen und schnelllebigen Veränderungen in der Geschäftswelt effektiv umzugehen.

Teams in einem Unternehmen profitieren von der systemischen Beratung und lernen, wie sie effektiver kommunizieren und zusammenarbeiten können. Es geht darum, die Symptome, Wurzeln und Zusammenhänge möglicher Probleme zu erkennen und zu wandeln. Ein weiterer Vorteil ist die Förderung von Selbstreflexion und Eigenverantwortung der Mitarbeiter:innen, was zu einer nachhaltigen Verbesserung der Arbeitsatmosphäre und der Leistungsfähigkeit führen kann.

Die systemische Beratung ist daher ein mächtiges Werkzeug für Unternehmen, um bestehende Herausforderungen zu bewältigen und gleichzeitig die Weichen für zukünftige Entwicklungen und Erfolge zu stellen. Sie befähigt Unternehmen dazu, ihr internes Wissen und ihre Potenziale zu mobilisieren, wodurch Probleme nicht nur gelöst, sondern auch zukünftige Schwierigkeiten präventiv angegangen werden können.

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Umfassender Ansatz

Vorteile einer systemischen Beratung

Systemische Beratung bietet einen umfassenden Ansatz, der sowohl für Unternehmen als auch für Arbeitnehmer:innen erhebliche Vorteile mit sich bringt. Diese Beratungsform ermöglicht es, Herausforderungen nicht isoliert, sondern in ihrem gesamten Kontext zu betrachten und Lösungswege zu entwickeln, die alle Beteiligten und die Organisationsstrukturen mit einbeziehen.

Grafik zu den Vorteilen einer systemischen Beratung für Unternehmen

Vorteile für Unternehmen:

  • Ganzheitliche Perspektive: Die systemische Beratung berücksichtigt das gesamte Unternehmensgefüge. Statt sich auf Einzelaspekte zu konzentrieren, werden Zusammenhänge und Wechselwirkungen innerhalb der Organisation erfasst, wodurch tiefgreifende und nachhaltige Lösungen ermöglicht werden.
  • Förderung der Selbstreflexion: Organisationen lernen durch die Beratung, eigene Muster und Strukturen zu erkennen und kritisch zu hinterfragen. Dies stärkt die Problemlösungskompetenz und fördert die Eigenverantwortung.
  • Flexibilität und Anpassungsfähigkeit: Durch den systemischen Ansatz werden Unternehmen befähigt, sich schnell an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen und proaktiv zu handeln, was gerade in dynamischen Märkten einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil darstellen kann.
  • Verbesserung der Kommunikation: Systemische Beratung verbessert die Kommunikationsprozesse auf allen Ebenen, was Missverständnisse reduziert und die Zusammenarbeit effizienter gestaltet.
  • Steigerung der Mitarbeitermotivation: Die Berücksichtigung individueller Bedürfnisse und Perspektiven kann das Engagement und die Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen erhöhen.
Die Vorteile einer systemischen Beratung für Mitarbeiter in der grafischen Darstellung

Vorteile für Mitarbeitende:

  • Persönliche Entwicklung: Arbeitnehmer:innen profitieren von einer verbesserten Selbstwahrnehmung und -reflexion, was persönliches Wachstum und berufliche Entwicklung unterstützt.
  • Bessere Arbeitsatmosphäre: Systemische Beratung fördert ein positives und unterstützendes Arbeitsklima, in dem sich Mitarbeiter:innen wertgeschätzt und verstanden fühlen.
  • Effektivere Konfliktlösung: Die erlernten Methoden und Techniken helfen dabei, Konflikte konstruktiv zu lösen und die Zusammenarbeit im Team zu stärken.
  • Karrierechancen: Durch die aktive Teilnahme an Beratungsprozessen und die Verbesserung von Teamdynamiken können sich neue Karrierechancen innerhalb des Unternehmens ergeben.
  • Work-Life-Balance: Ein systemisch beratenes Unternehmen kann effektiver auf die Balance zwischen Beruf und Privatleben seiner Mitarbeiter:innen achten, was die allgemeine Lebensqualität steigert.

Die Anwendung systemischer Beratungsmethoden führt somit zu einer resilienten Unternehmenskultur, die sowohl die Organisation als auch die einzelnen Mitarbeiter:innen in den Mittelpunkt stellt. Dies fördert nicht nur die Leistungsfähigkeit, sondern auch die Innovationskraft und das Wohlbefinden aller Beteiligten.

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Zahlreiche Unternehmenskontexte

Beispiele für systemische Beratung

Systemische Beratung findet in zahlreichen Unternehmenskontexten Anwendung, wobei die spezifischen Herausforderungen und Ziele von Organisation zu Organisation variieren können. Anhand konkreter Beispiele lässt sich die Vielfalt und Wirksamkeit dieses Beratungsansatzes illustrieren.

Beispiel 1: Ganzheitliche Organisationsentwicklung eines mittelständischen Unternehmens

Ziel war es, das Unternehmen zu einem kundenorientierten, mitarbeiterfreundlichen und innovativen Unternehmen zu entwickeln. Das Unternehmen stand technisch ordentlich da, um den ländlichen Standort attraktiv zu gestalten und in der Zusammenarbeit effizient zu sein, wurde gezielt in Kultur und Organisationsentwicklung investiert.

Maßnahmen waren:

  • ein Werte-Prozess, der die Identität des Unternehmens justiert und gestärkt hat.
  • Kontinuierliche Begleitung und Beratung der Managementrunde und des Inhabers.
  • Der Aufbau der internen Organisations- und Personalentwicklungsabteilung, von einer administrativen HR-Abteilung hin zu einer ganzheitlichen, serviceorientierten People & Culture-Einheit.
  • Punktuelle Unterstützung durch Workshops und Konfliktklärungen.
  • Mitarbeitenden-Weiterbildung im Bereich Moderation und Gesprächsführung für laterale Verantwortungsübernahme.
  • Führungskräftetraining für Führung im Unternehmens- und Kulturwandel.
  • Sowie Nachwuchsführungskräftetraining für Talente mit dem Fokus: neue Führungsbilder, klare Kommunikation, Teamentwicklung, Kulturgestaltung, Unternehmerisches Denken & Agilität.

Ergebnisse waren effektive Selbstorganisation, kollegiale Zusammenarbeit über alle Funktionen hinweg, schnelle Entscheidungen und agiles Denken. Die Organisationsstruktur entwickelt sich organisch weiter und die lokale Verantwortung steigt. Die Unternehmensspitze kann ihren strategische Fokus voll leben.

Beispiel 2: Umbau der Organisation im laufenden Betrieb

Ziel war es, den Logistik Bereich in end-to-end Verantwortung neu aufzustellen und durch ein partizipatives Vorgehen einen Übergang, ohne Lieferengpässe im täglichen Geschäft zu verursachen. Die Unternehmensspitze war sich über den exakten inhaltlichen Plan einig und welche Funktionen, wie neu geordnet werden müssen. Einzig die Einbindung der gewerblichen Mitarbeitenden und der Meister-Ebene fehlte noch.

Maßnahmen waren:

  • Arbeit mit dem Führungskreis und der Projektgruppe.
  • Kaskadierte Gespräche innerhalb der Linie.
  • Quervernetzte Bedarfserhebungen aus allen Funktionen und Ebenen, für Information, Perspektivwechsel und Autausch.
  • 2 Workshoptage mit allen Führungskräften, inklusive Meister-Ebene – an denen jede funktionale Einheit durch einen kleinen Karton repräsentiert seine „neue Heimat“ gefunden hat. Bei diesem „Umzug“ wurden alle Abhängigkeiten notiert, die zu beachten sind.
  • Kommunikation der neuen Teamzugehörigkeiten.
  • „Gebrauchsanweisungs-Termine“ zwischen Logistik-Teams und ihren jeweiligen Meisterinnen oder Meistern, bei neuen und fortwährenden Konstellationen.
  • Gemeinsame Führungsqualifikation in einer Gruppe mit 4 Hierarchie-Ebenen für einen einheitlichen Kompetenzschritt.

Ergebnis war, dass die operative Umsetzung zum 1.1. ohne Kundenbeschwerde funktionierte. Zusätzlich war die vorher antizipierte emotionale Welle so gering, dass die Führung den Übergang fast als „zu entspannt“ empfand. Diesen Neustart haben wir dann Phase 2 unserer Begleitung produziert.

Vielschichtige Unterstützung

Was passiert in einer Systemischen Beratung?

Die Rolle systemischer Berater:innen ist vielschichtig und beinhaltet mehr als nur die reine Durchführung von Beratungsgesprächen. Im Kern steht die Aufgabe, Organisationen und Einzelpersonen dabei zu unterstützen, ihre Interaktionsmuster zu verstehen und in Musterwechsel zu kommen. Dies umfasst eine Reihe von Kontaktpunkten und Interventionen, immer unter der Prämisse von Selbständerung und Wahrung der Autonomie der Klienten.

Die Aufgabe von systemischen Berater:innen beginnt mit einer gründlichen Analyse der aktuellen Situation der Klienten. Dabei werden nicht nur die offensichtlichen Probleme, sondern vor allem die zugrundeliegenden Muster und Strukturen beleuchtet. Das Ziel ist es, ein ganzheitliches Verständnis für das System der Klienten – sei es ein Individuum, ein Team oder eine gesamte Organisation – zu entwickeln.

Der Beratungsprozess ist der umfassende Rahmen systemischer Arbeit. Systemische Berater:innen planen und strukturieren diesen Prozess so, dass die Klienten aktiv einbezogen sind und selbst zu Erkenntnissen und Lösungen gelangen können. Das Vorgehen ist dabei oft zirkulär und iterativ, was bedeutet, dass die Erkenntnisse aus jeder Sitzung mit in die nächste einfließen und der Prozess sich dynamisch an die Entwicklungen der Klienten anpasst.

Die systemische Gesprächsführung ist ein zentrales Werkzeug. Hierbei setzten Berater:innen gezielte Fragen ein, um Reflexionen anzuregen und Klienten zu ermutigen, eigene Lösungswege zu erkennen und zu beschreiten. Diese Art der Gesprächsführung ist stark lösungsorientiert und zielt darauf ab, Ressourcen und Potentiale der Klienten zu fördern.

Statt sich auf Probleme zu konzentrieren, legen systemische Berater:innen den Fokus auf Lösungen. Sie unterstützen die Klienten dabei, neue Perspektiven zu entwickeln und kreative Lösungsansätze zu generieren, die der Komplexität ihrer spezifischen Situation angemessen sind.

Ein wesentliches Ziel der Arbeit ist es, die Selbstwirksamkeit der Klienten zu stärken. Dies bedeutet, dass die Berater:innen Maßnahmen ergreifen, die Klienten darin zu bestärken, Veränderungen eigenständig zu gestalten und umzusetzen. Dadurch sollen Klienten langfristig auch unabhängig von der Beratung handlungsfähig sein.

Die Arbeit der systemischen Berater:innen ist demnach ein ausgewogener Mix aus Analyse, methodischer Beratung, gezielter Gesprächsführung und der Begleitung von Veränderungsprozessen. Durch ihre Arbeit ermöglichen sie es ihren Klienten, sich in einem sich ständig wandelnden Umfeld effektiv zu orientieren und weiterzuentwickeln.

Die Entwicklung

Systemischer Berater werden – so geht’s

Der Weg zur/zum systemischen Berater:in ist geprägt von einer fundierten Ausbildung und fortwährender Weiterbildung. Die professionelle Qualifikation umfasst dabei nicht nur das Erlernen von Theorien und Methoden, sondern auch die Entwicklung persönlicher und sozialer Kompetenzen, die für die Beratungsarbeit essentiell sind.

Die Grundlage bildet eine systemische Berater Ausbildung, die von anerkannten Instituten angeboten wird. Eine solche Ausbildung ist in der Regel modular aufgebaut und beinhaltet sowohl theoretische als auch praktische Lerneinheiten. Im IOS wird Wert darauf gelegt, dass die Ausbildungsinhalte aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse reflektieren, vor allem in der Praxis erprobt sind und dort ihre Wirkung entfaltet haben.

Nach Abschluss der Grundausbildung bieten sich zahlreiche Möglichkeiten für Weiterbildungen in systemischer Beratung an. Fortbildungen können dabei spezialisierte Kompetenzen vertiefen oder neue Methoden und Ansätze vermitteln. Die Bandbreite reicht von kurzen Workshops bis hin zu umfassenden Zusatzqualifikationen.

Für diejenigen, die sich in bestimmten Feldern der systemischen Beratung spezialisieren möchten, stehen Fortbildungen zur Verfügung, die gezielt auf Bereiche wie Organisationsentwicklung, Konfliktmanagement oder Coaching eingehen. Diese Fortbildungen ermöglichen es, das Beratungsangebot zu diversifizieren und sich als Expertin oder Experte in einem Nischenbereich zu etablieren.

Ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung systemischer Berater:innen ist die praktische Erfahrung. Dies beinhaltet unter anderem die Arbeit unter Supervision, wo angehende Berater:innen lernen, ihre Methoden anzuwenden, und dabei kontinuierliches Feedback zu ihrer Arbeit erhalten.

Das IOS bietet ein maßgeschneidertes Ausbildungsprogramm an, das auf die Bedürfnisse angehender systemischer Berater:innen zugeschnitten ist. Die Kurse sind so gestaltet, dass sie die Teilnehmenden nicht nur mit dem notwendigen Wissen und den erforderlichen Fähigkeiten ausstatten, sondern auch dazu anregen, ihre eigene beraterische Haltung zu entwickeln. Damit erhalten die Teilnehmenden eine solide Basis für ihre erfolgreiche Tätigkeit als systemische Berater:in.

Weiterbildung zum systemischen Berater in Hamburg

Gestalte aktiv den Wandel in Unternehmen

Unsere Weiterbildung als systemischer Berater in Hamburg vermittelt Teilnehmer:innen ein Systemverständnis, mit dem sie Organisationen als lernfähige und intelligente Organismen begreifen. Du erwirbst in unserer Akademie die Fähigkeit, Systeme zu diagnostizieren und durch Interventionen Wandel und Transformation optimal zu begleiten.

INFOS & BUCHUNG

Checkliste zur Auswahl eines systemischen Beraters

Wie finde ich den passenden
systemischen Berater für mein Unternehmen?

Die Auswahl der richtigen systemischen Berater:innen ist entscheidend für den Erfolg der Beratung in Ihrem Unternehmen. Es geht nicht nur um fachliche Kompetenz, sondern auch um die Passung zwischen Berater und Organisation, die Arbeitsweise und die zur Verfügung stehenden Ressourcen.

Die fachliche Expertise der systemischen Berater:innen sollte den spezifischen Anforderungen Ihres Unternehmens entsprechen. Ein Blick auf bisherige Projekte und Referenzen gibt Aufschluss über die Erfahrung und das Know-how der Berater:innen in den relevanten Themenbereichen.

Die Arbeitsweise und Persönlichkeit der Berater:innen sollten zur Kultur und den Werten Ihres Unternehmens passen. Ein unverbindliches Kennenlerngespräch kann helfen, ein Gefühl für die Person hinter dem Profil zu bekommen und zu evaluieren, ob eine vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich ist.

Gute systemische Berater:innen zeigen Interesse daran, Ihr Unternehmen wirklich zu verstehen. Sie sollten bereit sein, sich tiefgehend mit den vorhandenen Informationen und Ressourcen auseinanderzusetzen, um stimmige Lösungen anbieten zu können.

Jedes Unternehmen hat seine eigene Dynamik und Problemstellungen. Systemischer Berater:innen, die flexible und maßgeschneiderte Beratungsansätze anbieten, können auf die individuellen Bedürfnisse Ihres Unternehmens besser eingehen.

Ein offener Dialog über Methoden, Vorgehensweisen und Kosten ist grundlegend für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Systemische Berater:innen, die Transparenz in ihrer Arbeit großschreiben, gewährleisten eine klare und verlässliche Partnerschaft.

Die effektive Lösungsfindung

Fazit

Die Investition in systemische Beratung kann für Unternehmen jeder Größe und Branche ein entscheidender Faktor für Entwicklung und Erfolg sein. Durch die Betrachtung des Unternehmens als ein komplexes System, in dem alle Teile miteinander verbunden sind, ermöglicht der systemische Ansatz eine tiefgreifende Analyse und effektive Lösungsfindung für organisatorische Herausforderungen.

In einer Welt, die von Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität geprägt ist, bietet die systemische Beratung einen Rahmen, um Klarheit zu schaffen, Handlungsoptionen zu erweitern und Organisationen auf ihren Weg zu einer besseren Zukunft vorzubereiten.

  • Gruppe Menschen in einer Organisationsberatung

    Organisationsberatung und ihr Wert im Unternehmen

  • Konferenz zum kollegialen Teamcoaching von IOS

    Kollegiales Team Coaching: Wie kollegiale Teamberatung Entwicklung und Zusammenarbeit fördert.

  • Zwei Beraterinnen sitzen sich im Gespräch gegenüber

    Wie Coaching bei Überforderung hilft – und was die Coaches von morgen brauchen.