Werteworkshop digital?

Werteworkshop digital?
20. Mai 2020

Menschenleere Plätze, freie Straßen und verlassene Offices. Die Arbeitswelt übt sich in Social Distancing und hat sich ins Homeoffice verlagert – eine Ausnahmesituation, aus der wir auch Gutes für die Zukunft lernen können. Was vorher ein eher fernes New Work Thema war, ist heute schon gewohnte Realität. Der Arbeitsalltag funktioniert aus der Distanz, Meetings und Konferenzen erproben Zoom, Teams & Co und alles stellt auf digital.

Auch für den Beratungsalltag bedeutet das, neue Wege zu denken und zu gehen. Wo der Fokus vor der Krise auf Begegnung und Kontakt lag, lautet die Herausforderung heute: Wie bewahren wir uns diesen Kontakt, wie bestärken wir gerade jetzt unser Zusammensein auch im Digitalen?

Dieser Frage stellten wir uns anlässlich eines Werteworkshops mit einem Lebensmittelhersteller zur gelebten Identifikation seines aufpolierten Markenleitbildes, welches aber nicht vom Team „gefühlt“ wurde. Während den Betrachter*innen von außen die Markenwerte durch wortgewandtes Marketingbrand geradezu ansprangen, blieben im Team innerliche Fragezeichen und keine gemeinsame, gespürte Ausrichtung.

Wir verstehen unter einem gelebten Wert eine richtungsweisende Qualität, die einen Handlungsimpuls enthält. Ein Wert beschreibt ein nutzenstiftendes Merkmal, der das Verhalten der mit dem Wert identifizierten Personen so ausrichtet, dass sich dieser Nutzen entfalten kann – ähnlich wie ein Wegweiser, der zu einem bestimmten Ziel führt.

Uns war schnell klar, wo das Problem lag. Der Entwicklungsprozess der Markenwerte verlief sehr schnell und mit wenig Beteiligung durch das Team. Diese Prozessschritte nachzuholen und dabei besonders den Kontakt und die eigene Identifikation mit den Werten im Team herzustellen, war die Aufgabe unseres digitalen Werteworkshops.

Das Mittel der Wahl dazu war der Instant-Messaging-Dienst Slack, der eine ganze Reihe an Kommunikationsmitteln zur Verfügung stellt. Die Bandbreite von Videokonferenz, geteilten Bildschirmen, Chatfunktionen und der bunten Welt der Emoticons gepaart mit einem digital bearbeitbaren Template eröffneten neue Möglichkeiten der Fokussierung, Abstimmung und Klärung.

Unsere beraterische Kernkompetenz lag dabei vor allem in der strukturierten Moderation des Gesprächs, um alle Teilnehmer*innen angemessen zu Wort kommen zu lassen und so ein umfängliches Gesamtbild zu erschaffen. Dabei zielten wir sowohl auf Klärung der drei Kernwerte der Marke ab, als auch auf die persönliche Identifikation der Teammitglieder mit diesen Werten. Dazu wurden nicht nur Werte definiert, sondern auch die zugrundeliegenden Überzeugungen erforscht und Verhaltensmuster hinterfragt, durch welche die Werte letztendlich zum Tragen kommen. Zur Verstetigung der Workshopergebnisse legten wir außerdem ein besonderes Augenmerk auf die Konkretisierung der nächsten Schritte.

Ein Workshop – analog oder digital – ist immer eine Momentaufnahme, die Transformation selbst geschieht jedoch im Alltäglichen.

Insgesamt konnten wir ein positives Fazit aus der digitalen Begegnung ziehen. Die Teilnehmer*innen bedankten sich für ein gutes Gefühl, miteinander in Kontakt und im Thema einen Schritt voran gekommen zu sein. Der digitale Rahmen bedingt natürlich auf der einen Seite Beschränkungen im persönlichen Zusammensein, ermöglicht aber auf der anderen Seite auch effizienteres Arbeiten, direkte Dokumentation und neue Wege, im Einzelnen und gemeinsam zu Denken. Wir freuen uns auf den nächsten Digitalworkshop und nutzen dies gerne als Möglichkeit, unser Beratungsangebot zu erweitern.

von Vera Podlinski

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