Systemische Entwicklung von Teams mit der Teamleistungskurve

Hochleistungsteam

Systemische Entwicklung von Teams Teil 3

In unserem letzten Beitrag Systemische Entwicklung von Teams II, haben wir das Riemann-Schley-Modell zum Verstehen von Individuen, Teams und Organisationen vorgestellt und eine Leseprobe aus dem gleichbenannten Reader angeboten.

Es ging dabei um die Erkenntnis, dass komplexe Anforderungen in heterogenen Teams besser erfüllt werden, als in Form konkurrenzieller, individualistischer Herangehensweise.

Zu diesem Zweck möchten wir im heutigen Beitrag ein weiteres Modell vorstellen, was sich im Vorhaben einer Team-Diagnose und Entwicklung mehrfach in unserer Praxis als hilfreich erwiesen hat. Das Modell der Teamleistungskurve von Katzenbach und Smith, das den Weg zum Hochleistungsteam beschreibt.

Katzenbach/Smith (1993) haben das Verhältnis der „Leistungswirksamkeit“ zum „Ausmaß der genutzten Team-Ressourcen“ ins Verhältnis gesetzt und dann entlang der daraus resultierenden flachen gestreckten S-Kurve die Typen von Team-Leistung angeordnet. Um einzuschätzen, wo sich ein Team in seinem Entwicklungstand befindet, wenden wir das Modell oft in unserer Praxis an.

Zu Beginn ist es wichtig zu verstehen, dass die Entwicklung von Teams nicht linear aufwärts funktioniert. Es werden fünf Teamarten unterschieden: die Arbeitsgruppe, das Pseudoteam, das Potentielle Team, das richtige Team und das Hochleistungsteam.

Der Weg zum Hochleitungsteam

Die Arbeitsgruppe: Alle Leistungen werden im Rahmen individueller Verantwortlichkeiten erfüllt. Es besteht kein Bedarf zu einer Veränderung. Interaktionen zum Informationsaustausch, Zielabgleich und Entscheidungsfindungen dienen primär den Individualleistungen.

Das Pseudoteam: Eine deutliche Leistungssteigerung ist nötig, aber die Gruppe bemüht sich nicht wirklich um eine Gemeinschaftsleistung. Es fehlen gemeinsame Ziele und Absichten. Die Gesamtleistung ist geringer als die Summe der Einzelleistungen, weil die Individuen sich gegenseitig beeinträchtigen.

Potentielles Team: Die Gruppe bemüht sich gemeinsam um Leistungssteigerung, Klarheit der Ziele, Arbeitsergebnisse, Entwicklung eines gemeinsamen Vorgehens. Eine gemeinsame Verantwortung für die Arbeitsgruppe ist noch nicht ausgebildet.

Richtiges Team: Die grundlegende Teamdefinition wird erfüllt. Eine kleine Zahl von Personen mit sich komplementär ergänzenden Fähigkeiten, die sich einem gemeinsamen Sinn, Ziel und Arbeitsansatz verpflichtet fühlen und für deren Einhaltung sie sich gegenseitig verantwortlich halten.

Hochleistungsteam: Zusätzlich zu den Leistungskriterien eines richtigen Teams setzen sich die Teammitglieder untereinander entschieden für den Erfolg und Wachstum des jeweils anderen ein.

Hochleistungsteam

Die Darstellung zeigt eine schwächere Wirksamkeit beim so genannten „Pseudoteam“, das Teamarbeit zwar bekunde, aber nicht praktiziert. Der Weg zum „arbeitsfähigen Team“ erfordert gezielte Entwicklung und Entwicklungsbegleitung.

Die Team-Leistungs-Kurve ist sehr gut geeignet zur Charakterisierung und Eigendiagnose eines Teams, weil sie viele differenzierende Einzelaspekte weglässt und den erlebbaren Zusammenarbeitstypus definiert.

Das Modell erlaubt zudem das Stellen einer wichtigen normativen Frage: „Wollen wir eine gut funktionierende Arbeitsgruppe oder ein richtiges Team sein?“ Die Kurve weist dazu klar auf folgende Wechselwirkung hin: Die Nutzung der Ressourcen führt zu größerer Teamleistung und die Wirksamkeit im Team führt zur Aktivierung der Ressourcen.

Wir hoffen Sie haben nun einen ersten Einblick in das Modell der Teamleistungskurve von Katzenbach und Smith bekommen. In der kommenden Woche widmen wir uns dem Thema Führung und insbesondere den Elementen Systemischer Führung.

Viel Spaß beim Lesen!

Sie möchten mehr erfahren? Hier finden Sie unsere Beiträge aus der Serie systemische Entwicklung von Teams:

Systemische Entwicklung von Teams Teil I

Systemische Entwicklung von Teams Teil II