Unternehmenskultur & Kulturwandel: It’s all about people

Nachdem wir uns in der letzten Woche mit der Wahrnehmung, die Grundlage für einen erfolgreichen Kulturwandelprozess, beschäftigt haben, steigen wir heute tiefer in das komplexe Gebilde der Unternehmenskultur ein, beginnend mit den Menschen.

Was ist das zentrale Element jeder Unternehmenskultur?

Kultur ist für uns alles „vom Menschen gemachte“. Wir erleben Kulturwandel als neue Erfahrungen, Beziehungen und Dialoge zwischen den Menschen. Gelungene Kommunikation ist das, was im Dialog geteilt wird und sich in der Atmosphäre bidirektional als verbindend und stärkend zeigt.

Diese Atmosphäre entfaltet Emotionen und Energien. Dabei möchten wir die Essenz von Emotionalität im Kulturwandel neu beschreiben. Sie ist nicht das, was wir im Herzen fühlen, sondern das, was intersubjektiv zwischen den Menschen im Team, zwischen den Teams und zwischen den hierarchischen Ebenen passiert. Kommunikation hat daher eine räumliche Dimension. Wir spüren sie in jeder sozialen Situation als Körperresonanz.

„Die Potentiale von Menschen entwickeln sich durch Emotionalität.“

Wir brauchen eine emotional sichere Atmosphäre, um uns zu zeigen, uns mitzuteilen und um uns entwickeln zu wollen. Die Reflexion des eigenen Kontextes, die Erkundung der eigenen Muster sowie die Veränderung von Rollen im Kulturwandel brauchen Mut, der in einem geeigneten Umfeld von Vertrauen und Transparenz entsteht. Ein guter Nährboden entsteht beispielsweise, wenn Feedback nicht Bewertung ist, sondern Resonanz – mit dem Ziel, dass das Gegenüber sich in seinem Wirken entfaltet.

Sprache und soziale Grammatik prägt die Unternehmenskultur

Neben der geteilten und gerichteten Wahrnehmung erleben wir die kohärente Sprache und soziale Grammatik einer Organisation als Voraussetzung für eine Kultur von Vertrauen und Wir-Gefühl. Organisationen entwickeln eine gemeinsame Sprache, die das ausdrücken kann, was gerade passiert und im Entstehen ist.

Sprache schafft Wirklichkeit (Wittgenstein, Philosoph) und bestimmt die Qualität der Dialoge, Beziehungen und Kooperationen. Soziale Grammatik ist Sozialisation; sie regelt das Miteinander, die Rollen, die impliziten Formen der Zusammenarbeit. Jeder kennt verschiedene Grammatiken in der Familie, in Freundeskreisen und im Beruf. Sie ist die Basis für Communities und Teamarbeit.

Dabei geht es um die Übereinkunft der handelnden Subjekte, um das gemeinsame Erleben und den Austausch unterschiedlicher Perspektiven. In einer VUKA-Welt braucht es eine stimmige VUKA-Sprache, die dynamisch, ermutigend, würdigend, empathisch ist. Ein solches kommunikatives Zusammenspiel ermöglicht neue Formen des Miteinanders und ein gemeinsames „Sense Making“, die Wahrnehmung davon, was die wirklich bedeutsamen Elemente einer Situation sind.

Kommunikation, Sprache, soziale Grammatik – diese Elemente kreieren räumliche Atmosphäre im Zusammenspiel mit der räumlichen Architektur, dem tatsächlichen Arbeits-Space. Seine Gestaltung sendet eine Botschaft an die Menschen der Organisation, welche Arten der Zusammenarbeit, der Kooperation, der Gespräche gewünscht und unterstützt werden.

Kulturwandel geht alle an

Die Kommunikation über Kultur, kulturrelevante Erlebnisse und ihre Entwicklung ist entscheidend. Besonders große Organisationen stehen vor der Herausforderung, hunderte oder tausende Menschen durch den Kulturwandel zu begleiten. Schließlich geht Kulturwandel alle an und kann nicht an einzelne Personen delegiert werden. Damit das gelingt, braucht es eine klare, transparente Sprache und einen gezielten Dialog mit der ganzen Organisation.

Die Einbindung aller Menschen und ihrer Fähigkeiten in den Prozess, ob in Kommunikation, IT, Marketing, HR oder in anderen Bereichen, bringt nicht nur die nötigen Skills in den Kulturwandel und erhöht die Beteiligung, sondern ist auch ein Übungsfeld für vernetztes Arbeiten – und ist somit Prototyp für die neue Kultur. Der Kulturwandel ist also nicht nur für die Menschen, sondern vor allem auch mit den Menschen. Betroffene zu Beteiligten machen – das ist das Stichwort.

Das Gewinnen der Menschen für den Wandel ist allerdings noch nicht alles. Jene Beteiligten müssen dann auch handlungs- und entscheidungsfähig bleiben. Dafür bedarf es an sogenannten Future Skills – um was für Skills es sich dabei handelt und warum diese so für den Kulturwandel so bedeutend sind, erzählen wir Euch nächste Woche.

Unsere Serie zum Thema Kulturwandel startete mit dem Post KULTURWANDEL: EINE UNLÖSBARE AUFGABE- EIN GESTALTBARER PROZESS. Lesen sie hier den letzten Post über PERCEPTION IS REALITY. Der Fokus diesen Artikels liegt auf dem Leitsatz IT’S ALL ABOUT PEOPLE. Die nächsten Folgen beschreiben, wie zukünftige Fähigkeiten im Kulturwandel gefördert werden können FUTURE SKILLS, wie DESIGNING im Wandel helfen kann und welche Bedeutung FÜHRUNG im Wandel hat.

Viel Spaß beim Lesen!