Berichte aus unserer Praxis

Nach einem erfolgreichen Start im Projekt zum Thema Agile Leadership in Bratislava, fassen wir näher zusammen, was unser langjähriger Kunde aus der Versicherungsbranche zu diesem Thema bewegt.

Agile Führung, New Work, die Arbeit der Zukunft und Arbeit 4.0 stehen heute stellvertretend für die Veränderungen der Arbeitswelt und Fragestellungen rund um Führung in der Zukunft. Wer führt zukünftig wen? Wie viel Führung braucht es an welcher Stelle und in welcher Struktur? Und welche Aufgabe obliegt Führung in der Zukunft? – um nur einige exemplarische Fragestellungen zu skizzieren.

Um Antworten auf diese Fragen zu finden, entschied sich einer unserer langjährigen Kunden dazu, im zweiten Jahr in der Folge die eigenen Führungskräfte und Schlüsselpersonen systemisch auszubilden. Warum?

Trends wie die Digitalisierung, der demografische- und werteorientierte Wandel der Gesellschaft hin zu mehr Demokratisierung und Individualität, als auch die zunehmenden Fragestellungen nach der richtigen Struktur für die neuen, komplexen Herausforderungen von Organisationen stehen immer im Zusammenhang mit dem Thema Führung.

Um den Anforderungen einer globalisierten und schnelllebigen digitalen Welt gerecht zu werden, müssen internationale Unternehmen über eine effektive Leistungskultur verfügen. Sie müssen Flexibilität und Agilität fördern, und ihre Mitarbeiter befähigen, sich schnell an externe und interne Gegebenheiten anzupassen. Agilität ist der Schlüssel zur Innovation im Bereich der digitalen Welt und ein treibender Faktor für so genannte Lernorganisationen, die Lernprozesse mit Fokus auf Unternehmenskultur und Führung aktiv fördern. Die heutigen Führungskräfte benötigen eine Bandbreite an Kompetenzen, die vom Bewusstsein für persönliche Vorurteile bis hin zu empathisches Zuhören, multi-systemische Wahrnehmungsfähigkeit und Wissen über kulturelle Unterschiede in der Kommunikation reichen.

Das übergeordnete Ziel des Programms, welches vor zwei Wochen in Slowakei begann, ist es, die nächste Generation der lokalen Führung am Standort Bratislava zu identifizieren, anzuziehen und zu entwickeln, um die Nachhaltigkeit des Betriebsmodells zu gewährleisten. Zu diesem Zweck wird das Programm sorgfältig auf der Grundlage des konzeptionellen Rahmens der fünf Disziplinen von Peter Senge konzipiert, die integrale Bestandteile für die Entwicklung von Lernorganisationen sind.

Ziel ist es sowohl zukunftsrelevante Kompetenzen für das Unternehmen als auch individuelle Kompetenzen zu etablieren und gleichzeitig eine Chance auf kulturellen Wandel zu bieten.

Das Programm besteht aus fünf Modulen mit integrierten Praxisphasen zwischen den einzelnen Stationen und hat die Dauer von ca. 10 Monate.

In der Zeit zwischen September 2018 und Juni 2019 durchläuft die Gruppe mit 14 Führungskräften viel mehr als eine Selbst-Transformation. Die Teilnehmer lernen während der Entwicklung, wie die Theorie und Erfahrung direkt in die eigene Praxis umgesetzt werden kann. Dazu dienen drei praktische Stationen zwischen den Modulen und ein persönliches Entwicklungsprojekt, was innerhalb der eigenen Organisation etabliert werden kann.

Das Programm startet mit dem Modul „Personal Mastery“ da wir der Überzeugung sind, dass Führung immer bei einem Selbst anfängt. Je höher das Bewusstsein über das eigene Selbst, die persönlichen inneren mentalen Modelle, Motivation, Glauben und Vision ist, desto höher ist die Fähigkeit sich selbst und auch anderen Ziele zu setzen sowie Wege zu finden um diese zu erreichen.

Es folgt das Modul „Mental Models“. Hier wird die Grundbasis für die Lernprozesse in der Organisation gesetzt. Das passiert indem die Teilnehmer lernen, welche tief verwurzelten Annahmen, Generalisierungen und Weltvorstellungen sie haben.

Im darauffolgenden Modul „Shared Vision“ lernt die Gruppe, wie mit der Unterstützung der eigenen Vision und der Kenntnis über Annahmen und Überzeugungen, eine gemeinsame Vision im Unternehmen entstehen kann. Eine gemeinsame Vision ist ein Prozess zur Entwicklung eines gemeinsamen Zukunftsverständnisses, an dem alle Mitglieder einer Organisation teilnehmen. Die Menschen schaffen eine visionäre Vorstellung davon, wie die Zukunft aussehen wird, worauf sie sich konzentrieren und was sie gemeinsam aufbauen und entwickeln wollen. Eine gemeinsame Vision ist die Grundlage für Verantwortung und intrinsische Motivation.

Das Modul „Teamlearning“ zielt nicht nur auf kollektives Lernen, Sensibilität und Aufmerksamkeit, sondern mehr noch auf den Prozess des gemeinsamen Verstehens und Reflektierens seiner Mitglieder. Es zielt auf die Entwicklung von Teamkompetenz.

Zum Finale des Programms reflektiert die Gruppe über die Prinzipien des Systemdenkens. „Systemthinking“ ist die ganzheitliche Betrachtung von Wechselwirkungen in Systemen und deren (zukünftigen) Auswirkungen. Dies erfordert die Integration der vier oben beschriebenen Disziplinen und die Kenntnis der System-Gesetze.

Wir freuen uns über das bevorstehende Entwicklungsjahr mit der Gruppe, weil wir uns mit Veränderungen beschäftigen und diese unterstützen. Und während wir überzeugt sind, dass gute Führung, wie wir sie verstehen, auch in einem veränderten Kontext und unter anderen Rahmenbedingungen gute Führung bleibt, so sehen wir auch, dass es eine bewusste Auseinandersetzung und einen offenen Blick auf die sich stark wandelnde Arbeitswelt braucht um guter Führung auch in Zukunft zu voller Wirksamkeit zu verhelfen.