Free Writing – eine Methode für mehr Selbstreflektion und Fokus

Free Writing – eine Methode für mehr Selbstreflektion und Fokus
5. August 2021

Beim Free Write geht es um Fokussierung und Selbstreflexion. Es geht darum nicht wertend und bewertend Ideen, Gedanken, innere Bilder und Assoziationen zu notieren und permanent in diesem Schreibfluss zu bleiben und zu schauen, wohin die Hand einen führt. Es geht also um die Hirn-Hand-Verbindung.

Das Free Writing oder auch Journaling ist, wie der Name es schon verrät, eine Form des freien, spontanen und assoziativen Schreibens. Der Prozess des Free Writings wird strukturiert durch 5-6 maximal jedoch 10 Fragen. Doch das Besondere ist, dass die Methode nicht einengt, indem sie vorgibt, diese Fragen zu beantworten. Stattdessen platziert der Free Write diese Fragen als Impulse, die wenn sie hilfreich und kreativ anregend sind, genutzt und sonst auch ignoriert werden dürfen. Es ist also quasi eine strukturierte Einladung zum Unstrukturiert sein.

Der Einsatz der Methode ist vor allem dann angebracht bei Themen die z.B. Unternehmenskultur, das Miteinander und die Zukunftsvision betreffen. Die Methode hilft an das präverbale, intuitive Wissen heranzukommen, das oft Ursprungsquelle für innovative und kreative Prozesse sein kann.

Oft arbeiten wir mit Free Writes, wenn Teams oder Organisationen sich auf einen Veränderungsprozess begeben. Wenn wir also mal eine andere, sinnlichere Seite anschlagen wollen oder wenn wir heute Fragen stellen, die das Morgen betreffen. Das Free Writing eignet sich, wenn es darum geht, eine Vision für dieses Morgen entwerfen zu wollen, aber diese eigentlich erst geboren und erspürt werden will. Diese Zukunft entzieht sich oft unseren klugen rationalen Organen, kann jedoch über diesen freien inneren und assoziativen Dialog weiche Konturen annehmen und sich abzeichnen.

Falls jemand die Methode des Free Writings für sich individuell nutzen möchte, so ist es am wichtigsten, dass man einen ruhigen Moment und Raum hat, um seinen Gedanken einfach mal freien Lauf zu lassen. Der freie, geschützte Denkraum ist hilfreich. Also eine ruhige Location, in der ich meinen Gedanken einen Moment nachhängen kann.

In der Regel beschreiben Teilnehmer die Methode als Türöffner für Denkräume, die wir im Alltag oft verschlossen lassen. Außerdem ist es oft ungewöhnlich solche öffnenden Denkfragen gestellt zu bekommen. Da findet in sehr kurzer Zeit oft sehr tiefe innere Arbeit statt, sodass das Bedürfnis oft ist, die Fragen nochmals zugeschickt zu bekommen, um sich zu einem ruhigen Moment noch mehr Gedanken dazu machen zu können.

Die Methode ist sehr andockfähig. Personen aus fast allen Organisationskulturen können damit etwas anfangen und sich darauf einlassen. Der schriftliche Modus gibt auch ein Gefühl von Sicherheit, denn man muss sich nicht exponieren oder mit allen Ideen und Gedanken zeigen. Die Fragen sind konkret und strukturieren. Der Zeitaufwand ist kurz. Der Return on Invest jedoch vielfach.

 

von Xenia Below

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