ICSEI 2012 in Malmö (04.-08. Januar 2012) International Congress for School Effectiveness and Improvement

12.01.2012 450 Forscher, Berater und Praktiker aus aller Welt kommen in der Universität Malmö zusammen. 140 Seiten umfasst allein der Katalog mit den Abstracts. Es ist eine breit gefächerte Präsentation der Programme, Studien, Ergebnisse und Reflexionen.

„IOS macht Schule“

Was ist eigentlich die ICSEI?

Die ICSEI ist vieles zugleich:

  • Ein Raum der Begegnung und des Erfahrungsaustauschs.
  • Ein Marktplatz zur Präsentation attraktiver Angebote.
  • Ein Netzwerk des Wissens, der Praxis, der Strategie.
  • Eine Plattform der Konzepte, Programme und Interventionen.
  • Eine Zeit des Einordnens eigener Erfahrungen, eine Chance der Abstandnahme und des Verstehens.
  • Eine Bühne der Würdigung besonderer Leistung.

Die Atmosphäre ist einladend, jeder fühlt sich willkommen geheißen. Eine familiäre, freundschaftliche Atmosphäre.

Das IOS nimmt einen gut wahrgenommenen Platz ein als Partner der österreichischen Bildungsreform, repräsentiert durch die Leadership Academy, das größte Leadership Netzwerk der Welt, und die Arbeit der Neuen Mittelschule, das eindrucksvolle Beispiel der „Erfindung“ einer neuen Schule, die in wenigen Jahren selbst Schule gemacht hat.

In unserem Symposium treffen wir auf die schwedischen Kollegen Mats Ekholm und Hans-Ake Scherp, die die Problembasierte Schulentwicklung (PSB) entwickelt haben. Louise Stoll, die die LEA durch die OECD-Evaluation kennt, John McBeath und Mats Ekholm, die mit ihr gemeinsam die Leadership Summer Academy in Alpbach (03.-04. Juli 2011) gestaltet haben, sind unsere Partner beim Thema „Vertikale und horizontale Leadership“. Leadership ist eine Haltung, eine Aktivität, ein Verständnis der eigenen Rolle und Wirksamkeit.

Gut eingeleitet durch die Präsidentin der ICSEI Lorna Earl aus Australien wird das PSB Programm vorgestellt, eine interessante Variante praxisnaher Bearbeitung schulischer Dilemmata in kleinen Problemlösungsgruppen im Netzwerk.

Dann kommt das interessiert aufgenommene Arbeitskonzept zur Stärkung der Leadership in heterogenen und übergreifenden Kollegialen Team Coachings (KTCs). Unsere hoch entwickelte, gut strukturierte und methodisch anleitende Form der Netzwerkarbeit in den Kollegialen Team Coachings überzeugt. Parallelen mit dem ebenso großen Leadership Netzwerk aus Vancouver in Kanada werden gezogen. Australische Kollegen interessieren sich und wollen mit uns kooperieren, unser engeres 3P (Practice, Policy, Perspective) Netzwerk ist ohnehin präsent.

Prof. Dr. Michael Schratz bringt eine völlig neue Dimension hinein. Die Perspektive der Lerner, die Sicht und Erfahrungsebene der Schüler und Schülerinnen wird durch die Forschung im Kontext der NMS deutlich gemacht. Jenseits der Zahlen, Daten und Fakten geht es um die Qualität der Arbeit im Unterricht.

Er zeigt den phänomenologischen Ansatz auf und stellt das Vignettenkonzept vor. Die Resonanz zeigt, dass sich lebendige Vorstellungen bilden. Die Schüler und Schülerinnen sind auf einmal präsent. Qualitative Forschung kümmert sich um die Transferstruktur der Prozesse und überwindet die Zahlen-, Daten- und Faktenebene.

Louise Stoll kommt aus einem parallel laufenden Workshop hinzu und stellt an Hand zweier Netzwerke in Ealing und London-South die Arbeitsweise und Wirkung der „Professional Learning Community (PLC)“ vor.

Gemeinsam ist allen die Orientierung an konkreten Herausforderungen der Schulentwicklung und die Professionalisierung der Lehrertätigkeit. Alle verbindet die Verantwortung der Betroffenen für ihre Themen. Der Abschied vom Expertendenken und von den Implementierungskonzepten, fertig vorgedachter Programme wird deutlich aufgezeigt. Im Gegensatz dazu wird Konstruktivismus als die Grundlage innovativer Wirklichkeit co-creativ erschaffen.

Teilnehmer aller Kontinente hören aufmerksam zu und fragen. Unsere Beiträge erzeugen Resonanz. Ein befriedigender Moment und ein Anstoß für andere.

Im Wechsel von Vorträgen, Symposien, Workshops und Postersessions gewinnen wir Übersicht. Allein die Präsentation und Reflexion führt neuer Erkenntnis.

Am letzten Tag findet der festliche Ausklang statt. In Malmö, Schweden gehört eine „ABBA“ Performance offenbar dazu. Musik, die alle kennen und mitsingen können. Die ICSEI wird zur „Professionellen Dancing Community (PDC)“

Prof. Dr. Wilfried Schley

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