Festakt im Ministerium am Minoritenplatz: „Die Neue Mittelschule wird feierlich gewürdigt“
06.01.2012 Wer hätte vor 4 Jahren geglaubt, dass die „Neue Mittelschule“ in so kurzer Zeit Karriere machen würde. Eine Schule, erwachsen aus einem politischen Kompromiss, möglich gemacht durch die Bildungssprecher der großen Koalitionen, gewollt und entschieden vorangetrieben von der Bundesministerin Dr. Claudia Schmied.
Es waren die kleinen Bundesländer, die das Angebot angenommen haben, Voralberg, Steiermark, Burgenland und Kärnten. Die mächtigen großen Länder standen zunächst abseits, wartend und prüfend. Noch war nicht klar, wie sich dieser Schulversuch entwickeln würde.
Die Schulen waren gehalten, sich zu bewerben. Ein Approbationsverfahren legte die Bedingungen fest, die zu erfüllen waren:
- Durchführung von innovativen Projekten
- Überwindung der äußeren Leistungsdifferenzierung
- Individuelle Förderung und Leistungsentwicklung
- Kooperation der Lehrkräfte
Auch die NMS-Entwicklungsbegleitung war aufgefordert, sich zu bewerben. Das IOS ging mit einem Team aus der Universität Innsbruck und der PH-Niederösterreich ins Rennen.
Prof. Schley lernte das Österreichische Bundesvergabegesetz und die Anhörungspraxis kennen. Nach mehreren Runden und Nachbesserungen bekam das IOS den Zuschlag. Die Voraussetzungen waren geschaffen.
All das ging mir im Rückblick durch den Sinn als ich im „Blauen Salon“ des Bundesministeriums als geladener Festgast saß und den Worten der Ministerin zuhörte und den Ausführungen der Bildungssprecher folgte.
Die Erfahrungen tauchten in Bildern, Szenen und Geschehensabläufen auf und belebten die Festsituation:
- Rückblick auf die Debatte um „Lerndesigner“: Was sollte denn das? Niemand verstand am Anfang die Rolle.
- Arbeit in Lernateliers, bundesweit, regional und lokal: Was wird denn dort gelernt?
- Rückwärtiges Lerndesign: Wer soll denn damit zurechtkommen?
Neues Denken, Lernseitiges Verständnis, kooperatives Lernen, offene Prozesse, kollektive Intelligenz … keine Expertenkompetenz. Die Schüler/innen im Zentrum, ihre Bedürfnisse, ihre Zukunft und ihre Ermutigung.
Ja, liebe Claudia Schmied, ich danke für die Freiräume, danke für das Vertrauen, danke für intensive Dialoge. Die NMS-EB hat sich als Partner verstanden, in enger Verbindung zum Projektleiter Helmut Bachmann und dem Projektteam.
Wir konnten auf dieser Basis mit den Beteiligten in den Ländern – und später kamen ja alle anderen hinzu – einen Aufbau- und Entwicklungsprozess gestalten, der sich heute feiert.
Es war ein Abenteuer mit unwägbaren Herausforderungen und keine Umsetzung eines fertigen Konzepts.
Heute hat der Ministerrat beschlossen, die Neue Mittelschule als Regelangebot einzuführen. Das war Anlass und Gelegenheit zum Festakt. Die Schulen der 1. und 2. Generation hatten als Pioniere im Netzwerk erfolgreich gewirkt.
Die Option auf Verlängerung der Entwicklungsbegleitung wurde wahrgenommen. So haben wir eine 3. und schließlich noch eine 4. Generation auf dem Weg von der bisherigen Hauptschule in eine integrative Neue Mittelschule begleiten können.
Inzwischen hat sich die Zahl der Mitstreiter/innen vervielfacht …
- 440 Lerndesigner/innen deren Rolle in neuem Dienstrecht verankert wird.
- 40 regionale Kompetenz Teamspieler, die die Prozessbegleitung vor Ort wahrnehmen.
- 25 Teammitglieder der PH-Teams, die für Qualifizierung, Begleitung und Verbindung zur Ausbildung sorgen.
- 20 Regionalkoordinator/innen in ihren Länderteams.
Die Vernetzung ist das Geheimnis, ein Geflecht an Verantwortungen, Rollen, strategischen Verknüpfungen. Das IOS hat im Rahmen der NMS-Entwicklungsbegleitung seine innovative Kompetenz unter Beweis gestellt.
Prof. Dr. Wilfried Schley
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Prof. Dr. Wilfried Schley und Bundesministerin Dr. Claudia Schmied
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Bundesministerin Dr. Claudia Schmied
Hallo Willy, klingt großartig! Super gemacht und toll geschrieben. Ich gratuliere Dir zu diesem Erfolg !!! Liebe Grüße Uwe
Uwe Weiß